Lebensläufiges

vorschau

November 1977
in München geboren. Ansonsten keine besonderen Vorkommnisse.

1. Oktober 1982
Nasenbluten und Kopfweh - erste politische Allergie. Unbewusst. Ein Pfälzer wird an diesem Tag durch das erste erfolgreiche Misstrauensvotum der BRD zur Birne gemacht.

1986
Auftritt als Zauberlehrling Fridolin in einem Schwarzlichttheater. Erste tragende Hauptrolle. Die 4c war begeistert.

1989
Als Ludwig XVI. von französischen Revoluzzern pantomimisch geköpft. Regie: Franziska Tittert. Finanzieller Flop.

1991 - 94
Fernsehen geschaut und Tucholsky gelesen. Widerspruch nicht erkannt.

17.01.1991
Noch mehr Nasenbluten - erneute politische Allergie. Bewusst diesmal. Beginn der Operation Desert Storm. Patient klagt seither über Beschwerden.

26.02.1994
In Amerika stirbt einer der visionärsten, schonungslosesten und radikalsten Stand-Up Comedians unserer Zeit. Das soziale Gewissen der USA. In den Staaten bleibt er deshalb zeit seines Schaffens "anonym". Sein Werk ist aufrüttelnd ehrlich. Liebe und Hass in einmaliger Konzentration vereint. Man lacht, man brüllt, man ist entsetzt. Man sollte seinen Namen in das Stammbuch jedes Komikers schreiben. Bill Hicks. Er starb mit nur 32 Jahren an Krebs. Er hatte gerade versucht sich das Rauchen abzugewöhnen. "You know, it's irony on a base level, but I like it..."

1995
Verfassen von eigenen Texten mit satirischem Anspruch und Tucholsky gelesen. Widerspruch erkannt.

1996
Weitergabe der Texte an Alexander Bornschlegl. Reaktion dieses Klassenkollegen: Diplomatisch. Danke, Alex!

1997
Meine Abhandlung im Deutsch-Abitur über „Merlin und das wüste Land” von Tankred Dorst mündet in einer drastischen Beschimpfung der Atommacht USA - Text verschollen. Die bayerische Staatsregierung dementiert jegliche Verantwortung.

1997
Verkörperung des Boten Thaltybios in Walter Jens' „Der Untergang”
Freie Nachdichtung von Euripides' „Die Troerinnen” - mit Friedensbotschaft. Schwieriges Stück, wirklich! Sautragisch.

1997
Erster Auftritt mit einem satirischen Text vor Menschen auf dem Abiturball. Hinten schlecht verstanden - weil vorne geratscht.

1997/98
Entstehung des ersten Kabarettprogramms „Warten auf Majola”.

Oktober 2001
Eine Allianz gegen den Terror trägt denselben nach Afghanistan. Wenn Bill Hicks noch leben würde..."I'm so sick of arming the world and then sending troops over to destroy the fucking arms, you know what I mean? We keep arming these little countries, then we go and blow the shit out of them. We're like the bullies of the world, you know. We're like Jack Palance in the movie Shane, throwing the pistol at the sheep herder's feet: "Pick it up." "I don't wanna pick it up mister, you'll shoot me." "Pick up the gun." "Mister, I don't want no trouble, huh. I just came down town here to get some hard rock candy for my kids, some gingham for my wife. I don't even know what gingham is, but she goes through about 10 rolls a week of that stuff. I ain't looking for no trouble, mister." "Pick up the gun." (shoots) Boom, boom! "You all saw him. He had a gun."

2002
Endlich die Premiere des neuen Stückes „Der Rest ist Schweigen ... Eine Zwischenbilanz”.
Fremde Menschen geben mir Preise für dieses Programm. Belohnen mich somit dafür, dass ich tue was ich will. Nett, nicht? Oder tue ich aus Versehen was sie wollen?
Der Privatsender Antenne Bayern nimmt mich in seinen Dienst. Ich darf dort auch das tun, was ich will: Satirische Texte schreiben. Oder tue ich aus Versehen was sie...??

2003
Abschluss eines Studiums. Fühle mich schuldig. Habe gehört in Kabarettkreisen sei das nicht üblich. Versuche es fortan zu vertuschen. Fällt nicht schwer: keiner hat mich seit dem wieder danach gefragt.
Mein Programm „Der Rest ist Schweigen” wird aufgrund der enormen Nachfrage aktualisiert, gestrafft und frisch gekämmt.

19. März 2003
Ex-Alkoholiker Bush jr. beginnt ohne UN-Resolution einen Krieg gegen den Irak. Wenn Bill Hicks noch leben würde... “You know we armed Iraq. I wondered about that too. During the Persian Gulf War, those intelligence reports would come out:

"Oh, Iraq? Incredible weapons. Incredible weapons."

"How do you know that?"

"‘Well, we looked at the receipts. But as soon as that check clears, we’re going in.’

2004
Jetzt bin ich bundesweit. War schon in Osnabrück. Und Düsseldorf. Und Bonn. Und Frankfurt. Und Königswinter. Auch in Salzgitter. Und so weiter. Und das tolle: Das Publikum versteht mich Überall.
Habe mich mit zwei weiteren verzweifelten Kabarettisten zu einer Kabarett-Task Force zusammengeschlossen (Mathias Tretter, Philipp Weber und ich) Wir sind ab sofort das Erste Deutsche Zwangsensemble. Das junge Kabarett ist nicht mehr aufzuhalten.
Die Preise gewinnen an Gewicht. Der Obernburger Mühlstein etwa. Wiegt bestimmt mehr als 5 kg. Fahren sie damit mal Zug, Herr Mehdorn. Aber reite seit kurzem auf dem Fohlen von Niedersachsen. Da geht das.

2005
Denken sie sich an dieser Stelle selber was aus. Was ich 2005 gemacht haben könnte. Was richtig abseitiges. Vielleicht was kriminelles. Ja? Fertig? Gut, und jetzt fest dran glauben. Ihr Bild von meinem Leben entspricht nun nicht mehr meinem Bild vom Leben. Meinem. (PS: Sind sie Redakteur von ZEIT, Spiegel, FAZ, Süddeutsche Zeitung? Sorgen sie dafür, dass das, was sie glauben, was ich 2005 gemacht habe, mehrere Millionen Menschen schwarz auf weiß lesen. Das wird ulkig.)

2006
Bin umgezogen. Innerhalb Münchens. Habe statt Umzugsfirma Freunde gebraucht! Kann ich nur empfehlen. Mein neues Programm „Im Feld” hat Premiere in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Volles Haus für mehrere Wochen! Hatte Umzugsfreunde mit Freikarten bezahlt! Letztlich doch kein so gutes Geschäft.
Jeder Preis sucht bekanntlich unerbittlich seinen Träger - jetzt haben mich gleich zwei gefunden: DEUTSCHER KABARETTPREIS (Förderpreis) und BAYERISCHER KABARETTPREIS (Senkrechtstarter). Werde mit beiden einen Heben gehen! Im Fraunhofer - ist jetzt direkt bei mir um die Ecke!

2007
Ich war im Scheibenwischer! Wer mich kennt weiß, dass damit ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen ist.
Ich war auch in den Mitternachtsspitzen! Wer mich kennt weiß, dass ich mir das schon immer gewünscht habe.
Ich habe mit meinen Kollegen vom Ersten Deutschen Zwangsensemble den SALZBURGER STIER erhalten! Wer mich kennt weiß, dass ich mir das NIE habe träumen lassen... dass ich den Preis einmal werde teilen müssen!

2008
München wird 850 Jahre alt. Und ich 31. Wenn das mal kein Zufall ist. München hat sich rausgeputzt. Ist noch sauberer als sonst. Was schwer ist. In München ist sogar die Kanalisation sauber. Ich war da mit einem Tourguide vor kurzem unten. Der hat gesagt: "In München, gibt es weniger Ratten als in anderen Stätten!" Hab ich gefragt, "Warum?". Hat er gesagt: "Bei uns gehen die Ratten ins P1."

2009
Was war dieses Jahr schnell vorbei. War da was? Weiß nicht mehr.

2010
Das Jahr in dem wir zu den Sternen fliegen werden! Die Zukunft ist jetzt. Amerikanische Wissenschaftler haben sogar ein Auto erfunden, dass mit Wasser fährt. Gut, mit Wasser aus dem Golf von Mexiko. Aber immerhin...