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KICKER Kolumne

Mama Sohn Martina Papa, Foto: Inka Meyer
Martina Sschwarzmann und I, Foto: Inka Meyer

Claus und der Deutsche Kleinkunstpreis

Das schlägt dem Fass den Boden aus. Nach dem Salzburger Stier bekommt das kleine Kabarettprojekt von Philipp Weber, Matthias Tretter und mir - das "Erste Deutsche Zwangsensemble" - den Kleinkunstoscar, den großen Deutschen Kleinkunstpreis 2010.

Die Jury sagt, wir seien ein junges Trio, das "mit ungebremster Spielfreude, entwaffnendem Witz und zielgerichteter Provokation eine raffinierte Form des Ensemblekabaretts" auf die Bühne bringe.

Und damit hat sie aber mal sowas von Recht!

Der Deutsche Kleinkunstpreis gilt als die bedeutendste Auszeichnung auf allen Gebieten der Kleinkunst. (Ok, den Satz hab ich aus der Zeitung abgeschrieben, um ein bisschen anzugeben. Aber er stimmt!)

Mit uns ausgezeichnet werden: Tina Teubner und Ben Süverkrüp (Sparte Chanson), Olaf Schubert (Kleinkunst) und den Förderpreis bekommt Matthias Egersdörfer. Den Ehrenpreis schließlich erhalten die beiden "Urgesteine" Henning Venske und Jochen Busse!

Die Preisverleihung findet am 21. Februar 2010 im Mainzer Forum-Theater unterhaus statt. Sie wird im Fernsehen am 7. März 2010 in 3sat übertragen.

Claus und der Bayerische Kabarettpreis

Aus der Laudatio zum Bayerischen Kabarettpreis 2007: "Unser Senkrechtstarter hat von Anfang an einen brillanten kabarettistisch-komödiantischen Stil gepflegt und in drei Soloprogrammen gezeigt, dass er wie kein zweiter Bildung und aktuelle Weltpolitik mit Geschichten aus dem Freibad verknüpfen kann. Witzig, charmant und politisch scharf. Mit ihm hat das aktuelle Kabarett ein Sprachrohr für die eigene Generation gefunden.“

Für einen Evangelischen mit norddeutschen Eltern eine hohe Ehre. Sie haben ihn mir aber dann doch tatsächlich verliehen - den Bayerischen Kabarettpreis. Der Münchner Merkur schreibt über den Abend: „Claus von Wagner schließlich wurde als ‚Senkrechtstarter’ des Jahres geehrt - und mit der Aufgabe betraut, den Saal in Stimmung zu bringen. So etwas schafft ein schnuffiger Sonnyboy wie er auch ganz ohne imaginären „Feind”. So ändern sich die Zeiten.“

Soweit der Merkur. Nicht minder „schnuffig“ war auch Martina Schwarzmann, die mit dem Bayerischen Kabarettpreis in der Sparte „Musik“ ausgezeichnet wurde. Und das obwohl die Martina – nach eigener Aussage - gar nicht Gitarre spielen kann. Aber die Jury scheint ein Herz für „unperfekte“ junge Kabarettisten/innen zu haben. Danke!

Der Ehrenpreis ging an Klaus-Peter Schreiner. Auch wer ihn nicht kennt, hat sicher trotzdem schon mal einen Text von ihm gehört oder gelesen. Schreiner war jahrzehntelang Hausautor der Lach- und Schießgesellschaft und verfasste neben Dieter Hildebrandt einen Großteil der Texte. Grandiose Perlen des Kabaretts – zeitlos gut. Herzlichen Dank für soviel Inspiration.

Was war sonst noch so los? Mathias Richling nahm den Hauptpreis mit nach Hause, Dieter Hildebrandt hielt eine ergreifende Laudatio auf seinen langjährigen Weggefährten Schreiner und Ottfried Fischer schaffte es auf der goldenen Showtreppe nicht zu stolpern – eine grandiose Sendung!

PS: Was zur Hölle bedeutet "schnuffig"?

LEIPZIGER LÖWENZAHN - LACHMESSE-PREIS 2008 FÜR DAS ERSTE DEUTSCHE ZWANGSENSEMBLE

Oh! Welche Freude. Die Gräben zwischen Ost und West schließen sich! Ich darf zitieren: "Der Lachmesse e.V. und die Leipziger Kulturjournalisten kürten "Mach 3!" zum besten Programm des Festivaljahrgangs der Lachmesse 2008. Somit erhält das Erste Deutsche Zwangsensemble (Mathias Tretter, Claus von Wagner und Philipp Weber) den begehrten Preis des internationalen Humor- und Satire-Festivals, den LEIPZIGER LÖWENZAHN. Den renommierten Preis erhält das Trio traditionell zur Eröffnung der kommenden Lachmesse, am 15. Oktober 2009. Wahre Begeisterungsstürme lösten in diesem Jahr ebenfalls Olaf Schubert, Christoph Sieber und Florian Schroeder aus, die den Preisträgern dicht auf den Fersen folgten."

Salzburger Stier an das Erste Deutsche Zwangsensemble

Aalen (reuters/dpa) - Sie haben ihn uns tatsächlich gegeben! Einen der renommiertesten - hat man uns an dem Abend jedenfalls gesagt - Kabarettpreise im deutschen Sprachraum: den Salzburger Stier.

Wirklich! Am 12. Mai auf Schloss Kapfenburg bei Aalen. Fragen sie Ottfried Fischer, der kann's ihnen bestätigen. Ach ja, wir, das sind: Mathias Tretter, Philipp Weber und ich.

Die Süddeutsche schreibt über das Erste Deutsche Zwangsensemble: "In ihrem Programm „Mach3!“ analysiert das Trio die politische und gesellschaftliche Realität punktgenau und mit viel komödiantischer Spielfreude. Drei junge Burschen, intelligent, sympathisch, witzig und mit solch mentalen Fähigkeiten? – Da fragt man sich, wieso sich Nachwuchs diesen Formats nicht mal in die Politik verirrt, anstatt ins politische Kabarett.“

Die Antwort ist ganz einfach: Weil man in der Politik mit mentalen Fähigkeiten keine Preise verliehen bekommt - sondern einen Rüffel von der Parteivorsitzenden. Oder einen Kommentar von Peter Hahne. Was ehrlich gesagt ein bisschen schlimmer ist.

Deutscher Kabarettpreis an Claus von Wagner

Nürnberg (dpa) - Ich wurde ausgezeichnet: Mit dem Förderpreis des Deutschen Kabarett-Preises, gestiftet von der Stadt Nürnberg, vergeben vom Nürnberger Burgtheater. Aber in die Hand gedrückt hat ihn mir der Andreas Giebel.

Aus der Laudatio: "Mit sprachlichem Feingefühl und Sinn für eine ausgeklügelte Dramaturgie entwickelt er eine eigenständige Form von Kabarett-Theater. Messerscharfe Politsatire und die sensible Ernsthaftigkeit einer gut erzählten Geschichte begegnen sich auf Augenhöhe. Claus von Wagner steht für eine junge Generation im deutschen Kabarett, die die Politik abseits ausgetretener Pfade als Thema wiederentdeckt hat."

Ja, ich weiß, wenn eine Jury "sensibel" und "Ernsthaftigkeit" in einem einzigen Satz zusammenpfercht, dann könnte das auch heißen, det Progamm ist totlangweilig. Aber die Laudatio hat noch einen Nachsatz: "Das wirkt anregend - zum Lachen und zum Denken."

Na! Vielen Dank.

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